Policy and campaigns > Towards a European Year of Volunteering 2011 - position paper

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Am Internationalen Tag der Freiwilligen, dem 5. Dezember 2007, hat sich eine Allianz der grössten Freiwilligenorganisationen auf europäischer Ebene in den Büros des CEV zusammengefunden, um an einer Strategie hin zu einem Europäischen Jahr des freiwilligen Engagements 2011 zu arbeiten. Die beteiligten Organisationen haben sich auf ein Positionspapier verständigt, das ihre Beweggründe sowie die Zielsetzung für ein solches Jahr darlegt. Dieses Papier wurde am 13. Februar 2008 auf Einladung der Arbeitsgruppe "freiwilliges Engagement" im Europäischen Parlament vorgestellt. Neben Abgeordneten des EPs nahmen an dieser Veranstaltung auch NGOs der Allianz sowie Vertreter der gegenwärtigen slovenischen sowie der anschliessenden französischen EU Ratspräsidentschaft teil.

Das Positionspaperi findet sich im Folgenden. Die Präsentation von CEV Direktor Markus Held vom13. Februar kann hier abgerufen werden.   

Auf dem Weg zu einem Europäischen Jahr des freiwilligen Engagements 2011 – Positionspapier (Februar 2008)

 
 

Wir, die unterzeichnenden Organisationen:

the European Volunteer Centre (CEV), the European Youth Forum (YFJ), the Association of Voluntary Service Organisations (AVSO), the World Scouts Movement, das Rote Kreuz/European Union Office, volonteurope, AGE, SOLIDAR, Caritas Europa, ENGAGE, Johanniter International, The European Non-Governmental Sports Organization (ENGSO und ENGSO Youth), EURAG, Youth Action for Peace (YAP), Euclid Network of  third sector leaders, Eurodiaconia

rufen die Europäischen Institutionen auf, das Jahr 2011 zum Europäischen Jahr des freiwilligen Engagements zu erklären. Wir repräsentieren tausende von Organisationen auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene, in denen sich Millionen Freiwillige engagieren.  Wir sind bereit und gewillt dazu beizutragen, das Europäische Jahr des freiwilligen Engagements einen dauerhaften Erfolg zu machen. 

2011 – Das Europäische Jahr des freiwilligen Engagements

Über 100 Millionen EuropäerInnen sind bürgerschaftlich engagiert, leben Solidarität und bringen sich so in die Gesellschaft ein. Im Rahmen einer Eurobarometer Umfrage im Jahre 2006 gaben 3 von 10 EuropäerInnen an,  sich in irgendeiner Form freiwillig zu engagieren. Fast 80% der Befragten sagten aus, sie sähen im freiwilligen Engagement einen wichtigen Teil des demokratischen Lebens in Europa.  

Es gibt ein breites Spektrum von Begriffen, Definitionen und Traditionen bezüglich Freiwilligen Engagements. Über eines herrscht jedoch Einigkeit in Europa  - wo und wie auch immer sich Freiwillige engagieren, sei es, um sich gegenseitig oder Bürgern in Not zu helfen, die Umwelt zu schützen, für Menschenrechte oder Bürgerrechte einzutreten - sowohl die einzelnen Freiwilligen als auch die Gesellschaft als Ganzes profitieren und sozialer Zusammenhalt wird erheblich gestärkt.

Warum freiwilliges Engagement?

      • Freiwillige sind die Akteure unserer Europäischen Werte und Ziele, wie sie in den Verträgen niedergeschrieben sind, insbesondere des sozialen Zusammenhalts, der Solidarität und der aktiven Bürgerbeteiligung – Sie sind es, die diese Werte Tag für Tag in die Tat umsetzen;

      • Freiwilliges Engagement trägt zur Bildung einer Europäischen Identität bei, die sich auf diese Werte gründet. Ihr Engagement spielt eine wesentliche Rolle für gegenseitiges Verständnis zwischen Bürgern und Bürgerinnen in Europa;

      • Freiwilliges Engagement findet sich als Querschnittsthema in vielen Bereichen der Europapolitik wieder und ist dort unersetzlich: Hierzu gehören soziale Eingliederung, Möglichkeiten zu Lebenslangem Lernen für alle, die Jugendpolitik, die Beziehung zwischen den Generationen, aktives Altern, die Integration von MigrantInnen, der interkulturelle Dialog, der Zivilschutz, Humanitäre Hilfe und Entwicklungspolitik, nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz, Menschenrechte, die Bereitstellung sozialer Dienste, die Erhöhung der Vermittelbarkeit von Arbeitssuchenden, die Verbreitung eines aktiven europäischen Bürgersinns, der Kampf gegen die „Digitale Spaltung“ der Gesellschaft sowie die Soziale Verantwortung der Unternehmen;

      • Freiwilliges Engagement hat einen wirtschaftlichen Wert. Der Bereich des Non-profit Sektors trägt durchschnittlich geschätzte 5% zum BSP unserer Volkswirtschaften bei ;

      • Freiwillig Engagierte und ihre Organisationen sind Pioniere wenn es darum geht, soziale Missstände aufzudecken, die öffentliche Aufmerksamkeit darauf zu lenken und Antworten darauf zu finden;

Europa braucht seine Freiwillige: sie tragen wesentlich zum sozialen Europa und seinem Wachstum bei.

Freiwillige spiegeln die Diversität der Europäischen Gesellschaft wider: Bürger und Bürgerinnen aller Altersgruppen, Angestellte und Arbeitslose, Angehörige aller ethnischer Gruppen und  Glaubensgemeinschaften, und nicht zuletzt Angehörige aller Nationen engagieren sich.

7 von 10 Europäern jedoch engagieren sich nicht freiwillig. Viele haben Schwierigkeiten sich zu engagieren, weil sie über zu wenige Informationen verfügen, wie und wo man sich engagieren könnte. Für andere spielen Zeit- und Geldmangel, das Gefühl, sich Freiwillige Arbeit nicht “leisten” zu können eine Rolle. Wieder andere Hinderungsgründe sind die Erinnerung an Zeiten als Freiwilligenarbeit eine Art “Zwangsverpflichtung” war, Diskriminierung, abschreckende gesetzliche Vorschriften oder das Fehlen eines rechtlich gesicherten Status, der fehlende Versicherungsschutz vor Risiken denen Freiwillige bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind, und Visa- oder andere Beschränkungen für nichteuropäische Ausländer.

 
Warum ein Europäisches Jahr des freiwilligen Engagements 2011?

Freiwilliges Engagement ist kostenlos, aber nicht umsonst zu haben – es bedarf gezielter Unterstützung von allen Beteiligten, von Seiten der Freiwilligenorganisationen, der Regierungen auf allen Ebenen, und von Seiten der Wirtschaft. Auch muss die Politik förderliche Rahmenbedingungen bereitstellen, zu denen eine Infrastruktur für Freiwilliges Engagement gehört.

2011 jährt sich das Internationale Jahr der Freiwilligen (IJF) der Vereinten Nationen zum 10. Mal: IJF 2001 zeigte, dass öffentliche Aufmerksamkeit für freiwillig Engagierte und ihre Arbeit für die Gesellschaft dazu führt, dass Regierungen und andere Beteiligte sich auf gemeinsamen Aktionen verständigen. Im Rahmen des  Europäischen Jahres 2011 können Synergien mit den Aktivitäten der Vereinten Nationen genutzt werden: Es muss eine Bestandsaufnahme des bisherigen Fortschritts seit 2001 zur Förderung des freiwilligen Engagements geben, die nicht zuletzt in die Ausarbeitung einer Europäischen Politischen Agenda für die Zukunft der Freiwilligenarbeit (2011 + ) münden soll.

Obwohl die EU in den letzten Jahren der Freiwilligenarbeit in allen ihren Erscheinungsformen mehr und mehr Aufmerksamkeit geschenkt hat, sind wir auf europäischer Ebene noch weit von einer ganzheitlichen Strategie entfernt, wie freiwilliges Engagement gefördert, anerkannt, weiter entwickelt und unterstützt werden kann. Diese ist aber unabdingbar, soll das volle Potential freiwilligen Engagements in Europa verwirklicht werden.

Der Rat der Jugendminister und der Europäische Wirtschaft- und Sozialausschuss rufen auf, ein Europäisches Jahr der Freiwilligenarbeit zu organisieren. Wir unterstützen diesen Aufruf auf ganzer Linie um…

      • In der europäische Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für das breite Betätigungsfeld, den Wert und den konkreten Beitrag freiwilligen Engagements zu unserer Gesellschaft zu gewinnen – die Aufmerksamkeit der Bürger und Bürgerinnen, der Regierungen auf allen Ebenen und der Wirtschaft;

      • freiwillig Engagierte und ihre Organisationen für ihre Engagement auszuzeichnen und zu feiern sowie um Vorbildhafte Praxis sowie besonders gelungene Projekte in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken;

      • Bürgerinnen und Bürger in Europa zu motivieren, sich einzubringen – sowie ihnen die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie und wo man sich engagieren kann;

      • Hindernisse und Diskriminierung, mit denen sich potentielle Freiwillige konfrontiert sehen können, abzubauen. Dies ist besonders wichtig für MigrantInnen, Drittstaatsangehörige sowie Menschen, die sozial ausgegrenzt sind;

      • den Wert von lokalem freiwilligen Engagement für die Bildung einer Europäischen Identität hervorzuheben und anzuerkennen: Es muss auf europäischer Ebene eine umfassende politische Agenda geben, die Freiwilligenarbeit in all ihren Formen unterstützt, fördert, und anerkennt;

      • auf die Notwendigkeit einer Infrastruktur für freiwilliges Engagement auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene aufmerksam zu machen. Hierzu gehört auch ein rechtlicher Rahmen für freiwilliges Engagement, der ein Grundrecht auf die Teilnahme an der Gesellschaft durch freiwilliges Engagement für alle vorsieht.  

      • darauf hinzuwirken, dass sich Regierungen in Europa über ihre jeweilige Freiwilligenpolitik austauschen, und sich auf Grundsätze verständigen, wie förderliche Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement in Europa aussehen können.
         

  

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